13.03.2019

Arbeitsschutz & Betriebliches Gesundheitsmanagement

Work-related protective laws and occupational health management

Nur einige Stichworte zu diesem „großen“ Thema:
Work-related protective laws and occupational health management – only some key-words about this huge topic!

Für KRAM hängen betrieblicher Arbeitsschutz, betriebliches Gesundheitsmanagement, eine humane Führungskultur sowie für Problemfälle ein strukturell klares Konfliktmanagement eng miteinander zusammen. Dies sind Themen, bei denen wir nachfragen, auf Weiterentwicklung drängen, Eindrücke beisteuern und wesbezüglich wir für eine Koordination der Themenfelder eintreten.

KRAM sees work law, occupational health management, humane leadership culture and structurally embedded conflict management offers as intertwined topics. We work with officials of the university for professionalizing these areas.

Vielen Beschäftigten im Mittelbau sind eine Selbstfürsorge stützende Regelungen und Angebote wenig bekannt. Wissenschaft macht Spaß, die Arbeitskultur ist vielerorts entgrenzt und nicht selten auch selbstausbeuterisch. Achtung: Fehl-Sozialisation! Die EU-Grundrechte-Charta garantiert allen Menschen u.a. das Recht auf gesunde, sichere und würdige Arbeitsbedingungen (Art. 31). Menschengerechte Gestaltung der Arbeit ist entsprechend Ziel des deutschen Arbeitsschutzgesetzes: sie soll ausführbar, schädigungslos, beeinträchtigungsfrei und persönlichkeitsfördernd sein. Dies kann strukturell gestützt werden (Verhältnisprävention), aber muss auch gelebt werden (Verhaltensprävention).

Many employees are happy to work scientifically but forget to nurture own wellbeing and health. The European Union Charta of Human Rights promotes the right of a healthy, secure and ethically sound work situation. German work law stresses that work should be done without getting harmed and in support of personality development. Structures of a university can support this goals (environment), but also you yourself must life it (behaviour).

Weißt Du z.B., dass… /  do you know that…

  • der Arbeitgeber verpflichtet ist, erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen (§ 3 Arbeitsschutzrecht)?
  • gesetzlich verankert und basierend auf arbeitsmedizinischen Erkenntnissen zwischen zwei Arbeitseinsätzen mindestens 11 Stunden Pause zu machen sind?
  • der Arbeitgeber für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen muss? … und Gefährdungen dann, wo als notwendig erkannt, minimieren soll?
  • seit 2013 zur arbeitsplatzbezogenen Gefährungsbeurteilung auch psychische Belastungen erhoben werden müssen? (individuell fragt sich, wann Beanspruchung zu (Fehl-)Belastung wird und damit ein Risiko darzustellen beginnt, welches reguliert werden muss.)
  • zu arbeitsbezogenen Belastungsfaktoren bspw. zählen: Arbeitstempo, Druck durch Vorgesetzte, Termindruck, unklare Arbeitsaufträge oder Zuständigkeiten, Angst vor Fehlern, Verantwortungsdruck, andauernde Konzentration, geringer Handlungsspielraum, widersprüchliche Aufgabenziele, hohe emotionale Inanspruchnahme, fehlende soziale Unterstützung, kurzfristige Verfügbarkeit, fehlende Qualifikation und Erfahrung, Erreichbarkeit außerhalb der Dienstzeit, lange Arbeitszeiten, Konflikte, Umgang mit schwierigen Kunden, Lärm, schlechte Lichtverhältnisse, Heben und Tragen, einseitige körperliche Tätigkeit sowie  Zwangshaltungen (PC), unergonomische Arbeitsmittel, Zugluft, Hitze, Kälte?
  • …, and
  • Du Dich im Falle einer Krankschreibung nicht nur beim Arbeitgeber, sondern auch bei Deiner Krankenkasse (Senden des Durchschlags  des „gelben Scheins“) krankmelden musst?
    …if you fall ill (more than 3 days) you need to sent the doctor’s „yellow form“ through your departments administration office to the personnel department, and also send the second paper of the yellow form = grey copy to your halth insurance company.

Präventives Gesundheitsmanagement sollte möglichst zielgruppenspezifisch sein. Mental, räumlich, zeitlich sowie sprachlich müssen Angebote und Maßnahmen zur Arbeits- und Lebenssituation sowie dem Wertesystem der Zielgruppe passen. Darum diskutiert KRAM mit, wenn es um den ausgesprochen heterogenen Mittelbau geht, so dass nicht an diesen Beschäftigten „vorbei“ geplant wird. Auch Fragen der Diversity – Beschäftigte mit Migrationshintergrund, Beschäftigte verschiedener Altersgruppen sowie Geschlechterunterschiede – sind hier zu beachten (vgl. in Badura et al. 2015: Sandrock & Breutmann; Dragano & Wahl; Klärs).

Literaturtipp: Badura, B. et al. (Hg.) Fehlzeiten-Report 2015, DOI 10.1007/978-3-662-472664-4_4, Berlin, Heidelberg: Springer 2015

Mitarbeiterbefragung ab 01.02.2018! Ergebnisse uniweit vorgestellt im Juni 2018!
Study with all employees of the university started 1st of Febr! Results reported in June 2018!

Im Wintersemester 2018 wurden mittels Online-Befragung physische und psychische Belastungen und Ressourcen für den Gesundheitsschutz aller Mitarbeiter*innengruppen der Uni Bremen erhoben. Das Instrument geht auf den renommierten Gesundheitswissenschaftler Badura (Uni Bielefeld) zurück und wurde eigens für universitäre Kontexte entwickelt. KRAM rief Mittelbauler*innen explizit auf, sich an der Befragung zu beteiligten und auch zu verdeutlichen, wo in ihrem Alltag ggf. der Schuh drückt.  Denn aus Euren Antworten sollen Maßnahmen abgeleitet werden. Und sie geben auch den Interessenvertretungen Ansatzpunkte zum Nachhaken, was aus den Themen weiter wird! Im Juni 2018 haben Universitätsleitung sowie Personalrat in öffentlichen Versammlungen Befragungsergebnisse vorgestellt. Eine Info-Broschüre sowie Rückspiegelung von Ergebnissen in die Bereiche (bei über 10 Personen) sollen im Herbst 2018 folgen, um bereichsbezogene Weiterentwicklungen anzustoßen. Auch Unileitung ist gefragt – sie ist gehalten, an transparenteren und wertschätzenderen Prozessen arbeiten.

By means of an online-questionaire the university management took on their responsibility of evaluating physiological and psychological ressources and burdens with respect to the employee’s work situation. The study is supported by the renown health researcher Badura (UNiversity of Bielefeld) and shaped for work at universities specificly. KRAM employed  all academic employees to partake in this evaluation – making sure that this perspective is well included! Since the results will be the foundation for concepts and means in support of an even more sustainable work situation in our future. First results were presented in June 2018. In autumn, a broschure with main results and department-related discussions with respect to specifics there are planned. Also, university management must work on transparency and more tangible acknowledgement.